Troja ist zerstört – wie Sindschar und Aleppo. Die Troerinnen und ihre Königin Hekuba trauern um die Toten und erwarten ihr Schicksal. Die griechischen Sieger feiern und nehmen sich die fremden Frauen: Hekuba soll Odysseus, ihre Tochter Kassandra Agamemnon als Sklavin dienen. Ihre Schwiegertochter Andromache wird mit ihrem Sohn jegliche Hoffnung auf die Zukunft verlieren und Helena, die mit ihrer Liebe zum schönen Paris den Krieg um Troja ausgelöst hat, ihren Ehemann Menelaos wiedersehen. Einen Chor junger Frauen und Mädchen erwartet ein schreckliches Ende.

Als Verfügungsmasse im Krieg auf das nackte Leben zurückgeworfen, werden die Troerinnen in der 415 v. Chr. uraufgeführten Tragödie mit der eigenen Schuld und Verantwortlichkeit konfrontiert. Dabei lässt Euripides die Grenzen zwischen Opfer und Täter, zwischen Besiegten und Siegern verschwimmen. Die Götter verlieren ihre Schutzwirkung und verfluchen die Menschen und ihren selbstzerstörerischen Krieg.

 

Nach Sartre gibt es "keinen Entschuldigungsgrund", denn "ich unterscheide mich nicht von dieser Zeit, also bin ich dieser Krieg, der die Zeit, die ihm vorangegangen ist, beendet, abgrenzt und verständlich macht." Die Troerinnen, von Männern und Göttern verlassen, ringen um ihre Menschenwürde und um ihre persönliche Schuld als Teil einer Gesellschaft, deren "bessere Hälfte" sie einst gewesen sind.

INSZENIERUNG TINA LANIK

BÜHNE/KOSTÜM STEFAN HAGENEIER

VIDEO/TON FLORIAN SCHAUMBERGER

LICHT TOBIAS LÖFFLER

DRAMATURGIE ANDREA KOSCHWITZ
 

MIT 

JOACHIM NIMTZ, ANNA GRAENZER, CHARLOTTE SCHWAB, RENÉ DUMONT, MEIKE DROSTE, HANNA SCHEIBE, THOMAS HUBER, JULIANE KÖHLER, YAN BOROVYK / JULIAN ENGEL und dem MÜNCHNER MÄDCHENCHOR


RESIDENZTHEATER MÜNCHEN

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FOTOS © ANDREAS POHLMANN